Tierarztpraxis - Informationen
Stand 9-2006
Grundlagen der Behandlung
Ich bin Tierarzt mit dem Praxisschwerpunkt Homöopathie. Meine
homöopathische Ausbildung habe ich schon im Studium der Tiermedizin
begonnen und nach dem Studium beendet. Im Jahr 1996 habe ich durch die
Tierärztekammer Berlin die Zusatzbezeichnung Homöopathie erhalten.
Neben der homöopathischen Behandlung von Tieren biete ich aber auch
tierärztliche Serviceangebote an, wie die Entwurmung oder Impfung von
Hund und Katze, die Akutbehandlung von Infektionen oder die Bekämpfung
von Flöhen.
Eine chirurgische Behandlung und die Teilnahme am tierärztlichen
Notdienst gehört aber nicht zu meinem Behandlungsspektrum.
Anwendbarkeit der Homöopathie für das Tier
Inwieweit ist die Homöopathie, die von Samuel Hahnemann begründet wurde,
auch am Tier anzuwenden? Dazu kann man sagen, dass die Homöopathie
grundsätzlich auf alle Lebewesen zu übertragen sein wird.
Da ein Tier nie in der Lage sein wird, uns zu berichten wie es geträumt
hat, wie es etwas empfindet, fallen für uns die subjektiven Symptome
flach, bzw. sind nur begrenzt zu werten.
Über die Psyche, das Verhalten, über Neigungen und Gewohnheiten des
Tieres kann uns aber der Besitzer Auskunft geben, so dass es möglich
ist, einen Einblick vom "Inneren" des Tieres zu nehmen.
Die objektiven Symptome ermöglichen es aber in vielen Fällen zusammen
mit der klinischen Diagnose eine Therapie durchzuführen. Es gibt eine
große Fülle an Erkrankungen, und es ist die Aufgabe des Tierarztes oder
des die Tierheilkunde betreibenden zu entscheiden, welche Krankheit
dieses Tier hat, welche Therapie angebracht ist, oder ob eine Therapie
überhaupt noch in Frage kommt. So ist zum Beispiel allein vom
Gesetzgeber der Therapieversuch von bestimmten Erkrankungen, so z.B. der
Tollwut, verboten. Oder es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die nicht
zu therapieren sind.
Es gibt traumatische Erkrankungen und Unfälle, die vornehmlich eine
chirurgische Behandlung benötigen, wobei allerdings auch homöopathische
Mittel mitbenutzt werden können. Doch auch unter Tieren gibt es eine
große Zahl von chronischen und sehr therapieresistenten Erkrankungen.
Dieses ist meines Erachtens auch die Domäne des Homöopathen, denn dort
ist er dem Schulmediziner haushoch überlegen.
An erster Stelle steht die klinische Diagnose der Erkrankung, wegen der
ein Besitzer sein Tier in die Praxis gebracht hat. Nach der klinischen
Diagnose ist zu entscheiden, ob dies ein Fall ist, der mit klinischen
Spezialmethoden weiter untersucht werden muss. Falls dieser Fall
chemotherapeutisch angegangen werden muss, sollte man dies tun, aber
wenn die Chance einer homöopathischen Behandlung gegeben ist, dann ist
die Methode der Wahl. Am Beginn der homöopathischen Behandlung steht
stets die homöopathische Anamnese, die so ausführlich wie möglich sein
sollte. Je genauer die Anamnese ist, um so sicherer kann man ein oder
zwei Mittel einkreisen, welche hier helfen werden.
Zielsetzungen der Behandlung
Die Behandlung von Organerkrankungen kann ganz einfach unter die
Hahnemannsche Prämisse gestellt werden so schnell, sanft und sicher wie
möglich zu behandeln und das Tier zu heilen. Jede Organerkrankung
bereitet dem Tier Schmerzen oder mindestens Unbehagen und ist deshalb,
falls möglich zu tilgen. Falls die Heilung einer Organerkrankung nicht
möglich ist, dann muss überlegt werden, wie kann ich schulmedizinisch
evt. besser helfen, bzw. welche Organsymptome sind auf Dauer für das
Tier ertragbar.
Bei Verhaltensstörungen hat man verschieden Aspekte bzw. Zielsetzungen
zu beachten.
Zum einen geht es darum, dem Tier zu helfen. Ein Hund oder eine Katze
die panische Angst vor Lärm, vor Gewitter oder allen Spaziergängern
haben, leiden sicher darunter. Wenn wir also dem Tier helfen können,
dass es unter der Angst nicht mehr leidet, dann ist dies ein schöner
Erfolg. Auch ein Hund, der durch sein aggressives Verhalten dauernd in
Kämpfe verwickelt wird, bei dehnen er dauernd verletzt wird, leidet
unter den Verletzungen sicher auch. Auch hier handelt man durch die
homöopathische Behandlung im Sinne des Tieres.
Ein weiterer Aspekt ist aber auch die Erwartung des Tierbesitzers, bzw.
seine Bedürfnisse. Wenn die Verhaltensstörung, z.B. Unsauberkeit,
Aggression, Zerstörungswut u.v.a. die soziale Beziehung zwischen dem
Besitzer und seinem Tier stört, oder die Beziehungen in der Familie (
z.B. wenn die Katze immer nur in die Schuhe des Freundes des Besitzerin
pinkelt ) oder das soziale Umfeld des Besitzes ( wenn alle Postboten
gebissen werden und keinerlei Briefe mehr ankommen, bzw. der Besitzer
schon keine Haftpflichtversicherung mehr abschließen kann, weil Hund so
viele Menschen beißt ) besteht für den Tierbesitzer eine dringende
Notwendigkeit der Verhaltenskorrektur. Dies mitunter auch dann nötig,
wenn das Tier unter seiner Verhaltensauffälligkeit gar nicht leidet.
Die Anteile der Behandlung
Die Behandlung eines Tieres setzt sich aus den Anteilen Schulmedizin und
Homöopathie und in Fällen von Verhaltensstörungen auch aus
Verhaltenstherapie und Prozessberatung zusammen.
Schulmedizin kann helfen, wenn die Ursachen der Verhaltensstörung im
körperlichen Bereich liegen, ob es ein Fremdkörper, ein Tumor, eine
Entzündung oder auch ein Diabetes mellitus ist. Auch bei nicht
reparablen Organveränderungen, z.B. chronischen und schmerzhaften
Gelenkveränderungen kann Schulmedizin helfen, z.B. durch ein
Schmerzmittel oder auch durch eine Operation ( z.B. Neurektomie am
Pferdebein ).
Auch in der Notfallmedizin und der Versorgung der Wunden ist die
schulmedizinische Behandlung notwendig. Genauso sind hier die evt.
notwendige Gabe von Vitaminen und Mineralstoffen zu nennen oder
bestimmte Diätfutter. Auch die Parasitenbekämpfung ist nach meiner
Erfahrung die Domäne der Schulmedizin, genauso wie die Anwendung von
Antibiotika bei Infektionskrankheiten.
Bei der Antibiotikaanwendung bei Infektionskrankheiten muss man sich
allerdings die Frage stellen, ob die Krankheit wirklich so gefährlich
und dramatisch ist um einen Antibiotikaeinsatz zu rechtfertigen, bzw. ob
die Lebenskraft des Tieres vielleicht zu schwach ist und es auf jeden
Tag ankommt um das Leben des Tieres zu retten.
Homöopathie kann bei der Organerkrankung und der Verhaltensstörung
helfen. Sie kann die Lebenskraft wieder in Harmonie bringen, sie heilen.
Man muss aus der Verantwortung gegenüber dem Tier und dem Tierbesitzer
aber auch in der Lage sein, die Grenzen der homöopathischen
Behandlungsmöglichkeiten zu erkennen und diese dann beachten.
Eine homöopathische Behandlung um „jeden Preis“, zu Lasten des Tieres
und mit unnötigen Schmerzen oder unnötigem Leid für ein Tier halte ich
für Verwerflich.
Verhaltenstherapie bzw. Tipps zum Umgang und zur Erziehung der Tiere
kann helfen. Wenn z.B. jemand einen Rauhaardackel oder Terrier aufzieht
und das Tier ausschließlich mit Liebe und Geduld und Nachsichtigkeit
aufzieht ( gutschi, gutschi mein liebes Schatzilein ) dann braucht man
sich über einen unerzogenen, aggressiven und problematischen Hund nicht
zu wundern. Falls es sich nicht um einen Terrier oder Rauhhaardackel,
sondern um einen Dobermann handelt ist das dann schon gemeingefährlich.
Hier kann der Rat zu einem anderen Umgang mit dem Tier, evt. auch die
Weiterleitung zur professionellen Hundeerziehung helfen. Manchmal muss
man auch dem Besitzer raten, sich von dem Tier zu trennen.
Die prozessorientierte Beratung ist eine wichtige Ergänzung zur
homöopathischen Arzneigabe. Basierend auf den homöopathischen
Arzneimittelbilders erkennen wir den Typus des Tieres und können so dem
Besitzer wertvolle Hinweise geben, wie er mit dem Tier umgehen sollte,
bzw. wie sich dass Tier entwickeln wird.
Jedes Tier, aber auch jeder Mensch, macht eine Entwicklung seiner
Persönlichkeit durch. Diese Entwicklung der Persönlichkeit ist abhängig
von äußeren Faktoren, Erfahrungen, Erziehung etc.. Die Entwicklung der
Persönlichkeit ist aber auch vom homöopathischen Konstitutionstyp,
abhängig. Wenn wir den homöopathischen Konstitutionstyp des Tieres
erkennen, können wir ablesen und voraussehen wie sich das Verhalten des
Tieres entwickeln wird. Daraus kann man neben der homöopathischen
Behandlung ( manchmal auch ohne überhaupt ein Mittel zu geben ) Hinweise
ableiten wie der Besitzer mit seinem Tier umgehen sollte.
Wenn man z.B. einen jungen Lycopodiumhund in der Praxis hat, muss der
Besitzer beachten, dass ein Lycopodiumhund klare Grenzen braucht, eine
eindeutige Rangordnung in der Familie, Gerechtigkeit dass man bei diesem
Tier jedes knurren gegenüber dem Besitzer sofort unterbinden muss.
Bei einem Calciumhund kann man hingegen viel lockerer und sanfter in der
Erziehung sein. Der Besitzer braucht sich keine Gedanken zu machen, wenn
sein Hund länger braucht, um Dinge zu lernen ( z.B. auf dem Hundeplatz
). Es wird ein gutmütiger Hund werden. Allerdings kann sich der Besitzer
auf eine gewisse Sturheit vorbereiten und er sollte beachten, dass der
Hund die Neigung zu dick werden entwickeln wird.
Bei einem Calciumpferd, welches der Besitzer gerne als schnelles
Rennpferd einsetzen will, wird er Pech mit seinen Erwartungen haben,
aber ein Calciumpferd wird sich vorzüglich als Reitpferd im Umgang mit
Kindern eignen.
Wenn man den Tierbesitzern (oder den Eltern bei Kindern in der
Humanpraxis) solche Hinweise gibt und dann mit dem homöopathischen
Arzneimittel hilft die Persönlichkeit, den Typus des Tieres im positiven
Sinn zu entwickeln und zu erlösen, dann ist dieses meines Erachtens die
Krönung der homöopathischen Behandlung.
Im Humanbereich meiner homöopathischen Behandlungstätigkeit ist dieses
bei der Behandlung von Kindern ein wichtiger, ja inzwischen der
wichtigste Praxisteil.
Allgemeine Grundlagen der Homöopathie
Die Homöopathie ist eine Heilmethode, die auf dem Ähnlichkeitsprinzip
beruht. Der Name setzt sich aus den griechischen Wörtern „Homoion“, was
ähnlich bedeutet, und „pathos“, was Leiden bedeutet, zusammen. Der
Entdecker und Begründer der Homöopathie war der Arzt, Apotheker und
Chemiker Dr. Samuel Hahnemann ( geb. 1755 in Meißen, gest. 1843 in Paris
). Hahnemann definierte auch den Grundsatz der Homöopathie SIMILIA
SIMILIBUS CURENTUR was bedeutet "Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt
werden" und als Fundament der ganzen homöopathischen Heilkunde dient.
Samuel Hahnemann kam durch Selbstversuche an einer großen Zahl von
Arzneistoffen zur Erkenntnis, dass Arzneimittel dadurch heilen, dass sie
eine dem vorliegenden Krankheitsbild ähnliche Arzneikrankheit erzeugen,
wodurch die ursprüngliche Krankheit vernichtet wird. Das Heilprinzip
bezeichnete Hahnemann als Homöopathie.
Durch die oben beschriebene Arzneikrankheit kommt es beim Patienten
mitunter zu einer deutlich merkbaren Erstverschlimmerung oder
Erstreaktion auf das Arzneimittel. Wenn diese Erstverschlimmerung
auftritt, ist dieses prinzipiell ein gutes Zeichen, denn dann weiß der
Homöopath, dass das gegebene Mittel im Prinzip richtig war. Bei heftigen
Erstreaktionen ist es sinnvoll die Potenz zu verändern.
Die Aufgabe des homöopathischen Tierarztes besteht nun darin, für jeden
Patienten das individuell passende Mittel zu finden. Die richtig
gewählte homöopathische Arznei kann die „Lebenskraft“ als ordnende und
heilende Energie im Organismus anregen und so zu einer Heilung führen.
Insofern ist die Homöopathie eine Reiztherapie, die die
Selbstheilungskräfte von Körper und Geist aktiviert.